Innsbrucks kulinarische Seite – Zwischen bäuerlicher Tradition, Haute Cuisine und alpiner Gastlichkeit

Sommer wie winters zieht die Hauptstadt Tirols die Menschen aus nah und fern in ihren Bann. Wer kennt Innsbruck als Zentrum des internationalen Alpinsports nicht von der legendären „Vier-Schanzen-Tournee“ auf der Bergisel-Schanze.  Oder vom „Goldenen Dachl“, jenem Prunkbau in der Altstadt mit den 2.657 feuervergoldeten Kupferschindeln, die Kaiser Maximilian I. zu Repräsentationszwecken im Jahr 1500 fertigen ließ. Die kulinarische Ausrichtung der Tiroler Küche wurde durch viele Einflüsse bestimmt. Bäuerliche Tradition und die kaiserlich-königliche Hocharistokratie haben ihre Spuren hinterlassen. Das alles auf allerhöchstem Niveau und dem Bekenntnis zu frischen, regionalen Produkten. Wir sind gespannt und machen uns auf eine Entdeckungsreise durch das kulinarische Innsbruck.       

Das Restaurant “Goldener Adler” ist das älteste Gasthaus Innsbrucks.                   © Goldener Adler

Zu den innigen Verfechtern der Tiroler Essklasse gehört Josef Hackl vom Restaurant „Goldener Adler“. Er hält die Fahne der traditionellen Küche standhaft hoch. Und das mit großem Erfolg. Im ältesten Restaurant der Stadt, das 1390 erbaut wurde, kehrten bereits die Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine, die Königinnen der Niederlande und Schweden sowie Albert Camus oder Jean-Paul Sartre ein. Eine kleine Ewigkeit Gastfreundschaft im Herzen der Innsbrucker Altstadt. Für unser heutiges Mittagessen entscheiden wir uns für eine klare Rindssuppe mit Tafelspitz-Krentascherl vom Steirischen Almochsen als Vorspeise und die „Adler Variationen“, die aus Spinatknödeln, Kaspressknödeln, Blattln, Schlutzkrapfen, Sauerkraut, Tiroler Bergkäse und brauner Butter bestehen, als Hauptspeise. Zum Dessert wird „Quattrofonie“ mit Holunderblütenjoghurt, grünes Apfelsorbet, Ingwer-Crème brûlée und Zweschkenknödel serviert.

Im “chez nico” wird ohne Fisch und Fleisch gekocht.                                                              © chez nico

Vegetarische Küche und gehobene Gastronomie. Geht das zusammen? Im Restaurant „chez nico“ klappt das hervorragend. Hier zaubert Nicolas Curtil kunstvolle Gerichte auf den Teller. Natürlich alles fleischlos. Mal vegetarisch, mal vegan. Alles mit regionalen Produkten der umliegenden Erzeuger. Mit seinem Faible für kulinarische Kunstwerke und seiner Erfahrung in den Bereichen „Fine Dining“ und „Haute Cuisine“, die er in den Metropolen London und Paris sammeln konnte, hat der Franzose mit seinem kleinen, feinen Restaurant einen Ort mit fleisch- und fischloser Küche auf höchstem Niveau mit familiärer Gastlichkeit geschaffen. Auf Etikette wird hier kein Wert gelegt. Leichtigkeit ist angesagt. Wenn es um vegetarische Kulinarik geht, gibt es in Innsbruck weit und breit keinen Wettbewerber, der Nicolas das Wasser oder gar das Gemüse reichen kann. Konkurrenzlos gut. In seiner offenen Küche zaubert der Koch so leckere Dinge wie Tomaten-Consommé mit Rohnen-Ravioli, Artischocken mit Stachelbeere oder Rosmarin-Kirsch-Dessert aus seiner Abendkarte.

„Total regional“ lautet das Motto des Restaurants „Das Schindler“ in bester Innsbrucker Innenstadtlage. Lebensmittel aus heimischer Produktion landen hier kulinarisch aufgepeppt auf den Tellern der Gäste. Hier wird die traditionelle österreichische Küche modern interpretiert. Aber auch Einflüssen anderer Länder und Regionen steht man hier durchaus offen gegenüber. Er möchte Originales erhalten und Neues zulassen.  Erklärtes Ziel von Küchenchef Thomas Kittl: die Ursprünglichkeit der Grundprodukte, die aus der heimischen Landwirtschaft und heimischen Gewässern stammen, bewahren. So zum Beispiel der Seesaibling, der im „Schindler“ mit Nordtiroler Rübchen und Wasabi delikat zubereitet wird. Wer auf Küchenklassiker der Alpenrepublik steht, sollte das „good old Wiener Schnitzerl“ probieren. Es stammt vom Innsbrucker Milchkalb und wird klassisch mit Erdäpfeln, Petersilie, Preiselbeeren, Zitrone und Salat serviert.

Im 7. Stockwerk fühlt man sich im “Lichtblick” wie im 7. Himmel.                                    © Lichtblick

Schon die Lage macht das Café, Restaurant und Bar „Lichtblick“ zu etwas ganz Besonderem. Vom siebten Stockwerk der Rathausgalerie hat man einen tollen Blick über die Stadt. Aber nicht nur der Ausblick macht diesen Ort so spektakulär. Weitsicht wird auch in der Küche geübt. Küchenchef Andreas Zeindlinger, der sich als „kitchen art director“ bezeichnet, möchte seinen Gästen, Speisen wie im siebten Himmel bieten. „Jedes Gericht soll ein Bild verkörpern – ein Menü soll eine Komposition und das Dessert der Höhepunkt eines schönen Abends sein“, so sein kulinarischer Anspruch. Diese Maxime spiegelt sich zum Beispiel in einem aus gegrilltem Oktopus mit Balsamico-Curry-Linsen, mariniertem Wurzelgemüse und getrockneten Tomaten, einer rotweißen Gazpacho mit Mandelcoutons und Serranoschinken, Zweierlei vom Durocschwein mit Eierschwammerl, Kräutersponge, gebratener Polenta und Malzjus sowie einem Schokoladencrumble mit Beerenspiegel, Minze und Champagner-Vanillesorbet wider. Nach diesem lukullischen Hochgenuss kann man den Abend gleich in der gegenüberliegen Weinbar „360°“ ausklingen lassen. Natürlich mit dem phantastischen Panoramablick über die Dächer Innsbrucks.

Information: Innsbruck.info

 

Genuss auf dem Fluss

Genussvolle Momente auf dem Rhein mit besten Aussichten für Genießer. Gastronomen, Hoteliers und Winzer der „Mittelrhein-Momente“ präsentieren saisonal und regional abgestimmte Speisen in passender Weinbegleitung an Bord der MS RheinEnergie.

Die MS Rheinenergie ist das größte Eventschiff Europas                                      © Köln-Düsseldorfer

„Leinen los…“ heißt es am Freitag, 4. August,  am Konrad-Adenauer-Ufer in Koblenz. Um 18.30 Uhr startet die Reise für Gourmets und Weinfreunde an Bord des einzigartigen Eventschiffs der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG in Richtung Loreley. Gastgeber sind die zw ölf Spitzenköche und elf Top-Winzerbetriebe der „Mittelrhein-Momente“, die mit ihren Küchenbrigaden und Weinrepräsentanten die Mitreisenden verwöhnen werden. “Genießen und Entschleunigen mit den besten Aussichten” heißt dann auch das Motto der kleinen Flusskreuzfahrt.

Diesen Blick genießen die Gäste an Bord der MS Rheinenergie in Koblenz      © (2) Holger Bernert

Auf dem Freideck mit Blick auf die Koblenzer Altstadt und die Festung Ehrenbreitstein werden die Passagiere mit ausgesuchten Winzersekten und Fingerfood begrüßt. Dann beginnt die fünfstündige Schifffahrt durch das Tal der Loreley. Nach dem Ablegen mischt sich auf dem Sonnendeck an den Grillstationen der würzige Duft von Wildgarnelen und geräucherter Entenbrust in den Fahrtwind. Zehn weitere Kochstationen sind auf dem Haupt- und Oberdeck platziert. Hier können die Gäste durch die Salons flanieren und unter weiteren köstlichen Speise- und Weinkombinationen auswählen.

Hoch über der Loreley steht die Burg Katz

Den Köchen kann man bei der Zubereitung der Speisen über die Schulter schauen und bei einem lockeren Plausch verraten diese auch ihre Zutaten und Rezepte. Der Geschmack der einzelnen Essensgänge wird durch die passenden Weine ideal unterstrichen. Die heimischen Winzer aus dem Mittelrheintal nehmen sich viel Zeit für die Gäste und philosophieren gemeinsam über den neuen Jahrgang und welcher Wein besonders gut zu den angebotenen Gerichten passen könnte. Präsentiert werden neben dem klassischen Mittelrheinriesling auch Burgunderweine von Weiß-, Grau- und Spätburgunderreben. Alle Sinne werden an diesem Abend bei der Fahrt auf dem Rhein auf das Herrlichste aktiviert. Dank der großen Panoramafenster kann jeder beim Essen und Trinken den Blick auf die einzigartige Kulturlandschaft genießen. Im Laufe der Veranstaltung gibt es für die Gäste immer wieder ausreichend Gelegenheit, mit den Wirten, Köchen und Winzern ins Gespräch zu kommen. Das Trio „Nightingale“ sorgt für den musikalischen Genuss.

Information und Anmeldung: www.mittelrhein-momente.de

 

Faszination Kreuzfahrt – Steile Berge, kristallklares Wasser und unendliche Nächte

Immer mehr Deutsche verbringen ihren Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff. Ferien auf dem Wasser sind in. Zu den beliebtesten Zielen in Europa gehört die norwegische Fjordlandschaft. Es gibt keine entspannendere Form, die rund 1.300 Seemeilen lange Küstenlinie Norwegens zu sehen und zu erleben.

Norwegen ist ein Land der Kontraste und Extreme. Die weiten baumlosen Tundralandschaften und sanften Mittelgebirge wechseln sich hier mit wildem Hochgebirge, Gletschern und Wasserfällen ab. Obwohl das Land flächenmäßig größer als Deutschland ist leben hier nur 4,7 Millionen Menschen. Komplett menschenleere Wälder sorgen dafür, dass Elche, Bären und Wölfe ungestört leben können.

Die einmalige Fjordlandschaft zieht die Kreuzfahrtriesen magisch an

Unverwechselbar wird Norwegen nicht nur durch seine einzigartigen Fjorde, sondern auch durch die unzähligen vorgelagerten Inseln wie Røst oder der Vogelinsel Runde. Am besten lernt man den Westen des Landes während einer Fahrt mit den Schiffen der legendären „Hurtigruten“ oder anderer Kreuzschifffahrtsgesellschaften kennen. Seit mehr als hundert Jahren verbinden die traditionellen Postschiffe die Orte Westnorwegens. Ein weiterer touristischer Besuchermagnet ist das UNESCO-Weltnaturerbe Geirangerfjord mit seinen malerischen Wasserfällen. Hier machen vor allem die Luxusdampfer aus aller Welt Station. Wer die Mitsommernacht hautnah erleben möchte, sollte sich zum Nordkap begeben. Auf diesem 300 Meter Felsplateau im Nordmeer am gefühlten Ende der Welt geht die Sommersonne nie unter.

Viele kleine Fischereihäfen liegen idyllisch im Fjord

Während Oslo als teuerste Hauptstadt der Welt gehandelt wird, besticht Bergen mit seinen uralten Sehenswürdigkeiten. Vor allem das alte Hanseviertel Bryggen mit seinen deutschen Wurzels kommt bei den Touristen sehr gut an. Selbst Wintersportler kommen im Sommer auf ihre Kosten. Im Geburtsland des Wintersports liegt der Schnee im Hochgebirge auch im Juni noch meterhoch.

Nicht weit von Akershus findet man dieses Postkartenidyll

Weit weg vom Massentourismus bietet die Südküste Strandurlaub. Trotz der Nähe zum Polarkreis herrscht hier ein erstaunlich mildes Klima. Immerhin liegt auch eine Distanz von rund 2.500 Kilometern dazwischen. So verbringen die Norweger ihren Badeurlaub gerne im sonnenverwöhnten Sörelandet. Und sie sind stolz auf ihre „Riviera des Nordens“. Nur ein paar Kilometer weiter frönen Wanderer ihrer Leidenschaft. Im Fjell genannten Gebirge geht es in tausend Meter Höhe schon deutlich rauer zu. Dort wächst kein Baum mehr. Auch Sträucher sucht man vergebens – nur Flechten, Gräser und Moos.

www.norwegenservice.net/kreuzfahrten-durch-die-fjorde-und-in-die-arktis

Auf den Spuren der Strandvögte wandeln – Per pedes zur Insel Amrum

Wandern an der Nordseeküste? Doch, durchaus! Voller Vielfalt und landschaftlich reizvoll – und einzigartig. Auf den Spuren der Strandvögte geht es entlang der Südküste der Insel Föhr und später weiter an der wilden Westküste der Insel Amrum – dazwischen der vielleicht faszinierendste Teil dieses Törns: eine Wanderung auf dem Meeresboden, von Insel zu Insel. Am besten geht es sich in drei Etappen: Von der Föhrer Inselhauptstadt Wyk bis an die Westküste bei Utersum, dann die Wanderung durch das Watt von Dunsum bis zur Nordspitze Amrums, die letzte Etappe von dort zum Fährhafen Wittdün. Faszinierend und mit phantastischen Eindrücken; seien es die Vögel des Meeres oder Seehunde an der Amrum Odde, sei es der gemütliche Strand auf Föhr oder der wilde Westen von Amrum. Und mit Leuchtturm inklusive.

Los geht es in Wyk. Kurz nach Verlassen der Strandpromenade wird es zunehmend einsamer. Ein Reetdachhaus duckt sich gleich einem Postkartenmotiv in die Dünen. In der Ferne scheinen die Halligen von Langeneß über dem Wattenmeer zu schweben, davor schiebt sich die Kulisse eines historischen Segelschiffes über den Horizont. Ansonsten eine für Ohr und Auge wohltuende Stille und Unaufgeregtheit, unterbrochen nur vom leisen Plätschern der Wellen und dem klagenden Schrei der Möwen. Es ist ein Bild wie in alten Tagen. Damals waren hier auch Leute unterwegs, die die Interessen der Obrigkeit vertraten, wenn es galt Strandgut und gestrandete Schiffe zu bergen. Und sie waren quasi die Steuererheber vom Strand – die Strandvögte. Waren auf Kontrollgang, besonders nach Sturm und Flut. Wetterfeste Männer in ständigem Rennen mit denen, die am Strand ihren Schnitt ohne die Steuer machen wollten. Und ist es nicht auch heute noch so, dass mancher Insulaner nervös wird, wenn es heißt: „…Bauholz über Bord!“ Oder Ü-Eier. Oder Turnschuhe. Kommen Sie mit und wandern Sie mal auf den Spuren der Strandvögte. Und halten Sie dabei die Augen offen!

Auf der Nordseeinsel Amrum kann man auch wandern
                                                                                                                                      © (2) Nordseetourismus

Das Wasser hat sich zurückgezogen und draußen sind die Silhouetten von zwei Leuten zu erkennen, die sich immer wieder bücken. Nach einem funkelnden Stück Bernstein oder nach einem kuriosen Stück Strandgut? Die Nordsee wirft immer etwas auf den Strand, besonders nach schwerem Sturm und an exponierten Stellen. Früher waren derlei Fundsachen ein fester Posten im Ein- und Auskommen der Insulaner. Begehrt war Holz auf den waldarmen Inseln, sei es als Brennholz oder zum Bauen, noch heute finden sich wohl in manchem historischen Friesenhaus Balken und Bohlen von gestrandeten Schiffen.

Der Bohlenweg auf Föhr führt schnurstracks nach Nieblum
                                                                                                                                                 © Föhr Tourismus

Am kommenden Morgen geht es ins Watt. Die Strecke von Föhr nach Amrum ist auf festem Sandboden sehr gut zu laufen. Zweieinhalb Stunden vor Niedrigwasser startet die Wanderung durch das Watt in Dunsum / Föhr, um den tiefen Priel direkt vor Amrum bei tiefster Ebbe überhaupt queren zu können. Weite Flächen sind bereits trockengefallen, andere glänzen im Sonnenlicht wie geschmolzenes Silber. In den Prielen eilt das Wasser der Nordsee hinterher. Es geht in einem Bogen auf die Nachbarinsel zu und der Wattführer zeigt ein Schiffswrack. Viel ist nicht mehr übrig; ein paar Holzspanten, die im Watt stecken. 1825 kam die „City of Bedford“ in einem Unwetter vom Kurs ab und zerschellte in diesem Irrgarten aus Sandbänken, Lagunen und Wasserläufen, drei Männer kamen ums Leben. Es sind auch die Geschichten, die die Wattführer erzählen, die eine Wanderung über den Meeresboden spannend machen. Und sicher ist es nur mit einer Führung, man selbst genießt die Weite und das schaurig-schöne Gefühl, dort sein zu können, wo Menschen nicht hingehören. Ohne sich Gedanken machen zu müssen, wohin genau man gehen muss.

Auf dem Amrumer Dünenwanderweg

Wer in Norddorf auf Amrum übernachtet, kann noch hinauf zur Nordspitze der Insel, kann die Odde umrunden. Mit Glück und Fernglas lassen sich von einer Plattform Seehunde – und manchmal sogar Kegelrobben – beobachten. Am kommenden Tag: Machtvoll donnert die Nordsee an die Westküste der Insel. Vorgelagert ist ihr eine der größten Sandmassen Europas – der Kniepsand. Vor der Küste ist eine gewaltige Brandung zu erkennen, hier ist einer der größten Schiffsfriedhöfe der Nordsee – unzähligen Schiffen wurde diese Küste zum Verhängnis. Und immer wieder spült die Nordsee Treibgut an. Was genau, kann man zum Beispiel in der Bude zwischen den Dünen nördlich von Nebel sehen. Aus Brettern und Bohlen haben die Leute eine Hütte zusammengezimmert, Tische aus Treibholz. Turnschuhe hängen an der Wand und ein Tierskelett. Krass und kurios. Kurz vor Wittdün führt der Weg durch eine wilde und romantische Dünenlandschaft, die der Wind wieder und wieder aufs Neue formt und hier sein ewiges Lied singt. Bald wird es Sturm geben, der auch manchen Friesen an den Strand treibt. Strandgut suchen. Wie die Strandvögte.

www.nordseetourismus.de

Die Saison im Keukenhof beginnt: Tulpenmeer im “Dutch Design”

Acht Wochen lang stellt der Keukenhof seine Pflanzungen ganz unter das Motto des diesjährigen niederländischen Themenjahres „Von Mondrian bis Dutch Design“. Den Höhepunkt bildet ein aus 80.000 verschiedenfarbigen Tulpen, Krokussen und Traubenhyazinthen zusam­mengesetztes, 250 Quadrat­meter großes Blumenmosaik. Die beein­druckende Pflanzung geht auf ein Bild von Piet Mondrian mit den für ihn typischen rechtwinkligen Farbflächen in den Primärfarben Rot, Gelb und Blau zurück. Die Blumenzwiebeln sind in zwei Lagen – in der für den Keukenhof ganz eigenen „Lasagne-Technik – gepflanzt, damit das Mosaik während der gesamten Öffnungszeit des Parks in üppiger Blüte steht. Flankiert wird das Mondrian-Bild von einem überdimensionalen Stuhl des Architekten und Möbeldesigners Gerrit Rietveld.

Namhafte Künstler wie Gerrit Rietveld, Theo van Does­burg und eben Mondrian waren es, die mit der De-Stijl-Gruppe den Grundstein für das niederländische Design gelegt haben. Und bis heute sind niederländische Gestalter Branchen­führer in den Bereichen Archi­tektur, Mode-, Grafik- und Produktdesign. Auch die Blumen­aus­stellungen im Oranje-Nassau-Pavillon und zwei der Inspi­ra­tionsgärten widmen sich dem Thema Dutch Design.

Der Keukenhof verwandelt sich wieder in ein riesiges Tulpenmeer.

Der Keukenhof bietet nicht nur einen schönen Rahmen für rund sieben Millionen Frühjahrsblüher, sondern auch für zahlreiche Skulp­turen und andere Kunstobjekte. Diese verleihen dem Park noch einmal eine ganz neue Dimension. Ausgewählte Künstler bekommen jedes Jahr im Frühjahr Gelegenheit, ein oder mehrere Werke aus ihrer Sammlung im Keukenhof zu zeigen. Die Wechselwirkung zwischen dem in Blüte stehenden Park und den Bildenden Künsten überrascht die Besucher immer wieder aufs Neue.

Tulpen in allen Farbfacetten

Rund 100 zwischen den Beeten verteilte Skulpturen gehören zum festen Inventar des Keukenhofs, darunter Werke wie Jan Wolkers „Ode an Rembrandt“ aus dem Jahr 2005. In diesem Frühjahr ist eines der Highlights im Park die aus der Sammlung des Kröller-Müller Museums (bei Otterlo) stammende „Sculpture 7“ (1997–2001) von R. W. van de Wint. Das monumentale Kunstwerk hat einen Sonderplatz bekommen: Es dominiert ein eigens dafür präpariertes, drei Hektar großes Gelände.

Über hundert Kunstwerke in den Tulpenfeldern

Ein weiterer Höhepunkt ist der neue, großzügige Eingangsbereich, den Keukenhof-Direktor Bart Siemerink der Öffentlichkeit am 21. März vorstellte, zwei Tage vor der offiziellen Eröffnung des Parks. An seiner Seite Francine Houben, Kreativdirektorin des Delfter Architektenbüros Mecanoo, das für den Entwurf des transparenten, eleganten Tor­gebäudes verant­wort­lich zeichnet. „Das Gebäude ist ein Eyecatcher“, so Siemerink, „und unsere Antwort auf die beständig anwachsenden Besucher­ströme.“ Immerhin besuchen den schönsten Frühlingspark der Welt jährlich rund eine Million Gäste aus gut 100 Ländern, darunter zahlreiche deutsche Gartenliebhaber.

Insgesamt blühen in diesem Jahr über 80.000 Tulpen

Die Verwendung von Naturmaterialien – Holz, Kupfer, Backstein – verleiht dem Gebäude einen besonderen Charakter, ohne jedoch allzu sehr von der Umgebung abzulenken. Das großzügige Entree verfügt über alle für Besucher wichtigen Einrichtungen wie Infoschalter, Kassen, Toiletten, Schließfächer, Res­tau­rant und Souvenirshops – alles einfach und benutzerfreundlich im Erdgeschoss zugänglich. Lichtkuppeln setzen im Restaurantbereich überraschende Akzente. Auch die Verkehrssituation rund um den Keukenhof wird sich ab diesem Frühjahr entspannen: Der Parkplatz verfügt über eine Kapazität von 4500 Pkws und 1000 Reisebussen. Da verwundert es kaum, dass Siemerink stolz von „einem historischen Jahr für den Keukenhof“ spricht.

Der Keukenhof ist in diesem Jahr vom 23. März bis zum 21. Mai täglich von 8 bis 19.30 Uhr geöffnet

www.keukenhof.nl/de

Mit Rolf Zang in die Traben-Trarbacher Unterwelt

Mystisches Halbdunkel in einem Netz aus unterirdischen, historischen, teilweise mehrstöckigen und über 100 Meter langen Gewölben: Heute lädt die Traben-Trarbacher Unterwelt mit über 30 Kellern zur spannenden Entdeckung der Geschichte des historischen Weinbaus und der alten Kellertechnik sowie zum Weinprobieren und kulinarischen Genuss in historischen Gemäuern ein.

In der Traben-Trarbacher Unterwelt gibt es über 30 ehemalige Weinkeller. © (3) Holger Bernert

„Es lagern in den Kellereien der Traben-Trarbacher Weinhändler über 15000 Fuder Wein. Mit Bahn und Schiff wurden 1899 rund 18.000 Fuder versandt.“ Diese Zeilen sind aus dem Führer durch Traben-Trarbach von 1902 zu entnehmen, als es in der Doppelstadt aufgrund der großen Nachfrage an Riesling-Weinen noch über 100 Weingüter und Weinkellereien gab. Da Traben-Trarbach somit gleich nach der großen französischen Weinstadt Bordeaux der zweitgrößte Weinumschlagplatz Europas war, wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Kapazitäten der Traben-Trarbacher Weinkeller wie in keiner zweiten Moselgemeinde vergrößert und große Flächen des Stadtkerns unterkellert.

Rolf Zang und seine Kollegen führen durch die geheimnisvolle Unterwelt.

Die erlebnisreichen Führungen durch die Traben-Trarbacher Unterwelt bieten nun Gelegenheit, einige diese Keller zu besichtigen und Wissenswertes über Kellereiwirtschaft und Weinhandel aus der damaligen und heutigen Zeit zu erfahren.

Einige dieser Keller stehen inzwischen auch für Feierlichkeiten, Konzerte o. ä. zur Verfügung. Dazu gehört auch der alljährliche vom 1. Advent bis Anfang Januar stattfindende „Mosel-Wein-Nachts-Markt“ – der Weihnachtsmarkt in der Traben-Trarbacher Unterwelt.

Einige der Gewölbekeller sind bis zu 100 Meter lang und vier Stockwerke hoch.

Rolf Zang und seine Kollegen stehen ab Ostern bis Ende Juli immer freitags um 18 Uhr für einen Spaziergang in die Traben-Trarbacher Unterwelt zur Verfügung. Die Teilnahmekosten belaufen sich inklusive einem Glas Wein auf acht Euro pro Teilnehmer. Bei der Tour durch “Vinotropolis” werden jeweils drei verschiedene Weinkeller gezeigt.

Direkt über den Weinkellern stehen das Jugendstilhotel Bellevue und das Hotel “Moselschlösschen”. Entsprechende Übernachtungsarrangements mit Unterweltführungen können direkt hier gebucht werden.

www.bellevue-hotel.de

Husum-Besucher erleben ihr lila Wunder

Ein Hauch Italien liegt in der Luft, wenn mehr als vier Millionen Krokusse alljährlich den Husumer Schlosspark in ein wogendes Meer von lila Blüten verwandeln. Es ist ein untrügliches Anzeichen für den Frühling, wenn die Pflänzchen rund um das einzige Schloss an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins den winterlichen Schlossgarten mit lila Farbtupfern sprenkeln, die sich mehr und mehr ausdehnen.

Wie diese eigentlich in der Toskana beheimateten violetten Frühlingsblüher ihren Weg nach Nordfriesland fanden, ist bis heute nicht sicher geklärt. Erwähnt wird das Phänomen der Krokusblüte aber schon Mitte des 19. Jahrhunderts in einem Gedicht und in einer Novelle von Husums Dichter-Sohn Theodor Storm, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt.

Husum trägt in diesem Frühling wieder lila.                                                                            © (2) TSMH

Das außergewöhnliche Blumenspektakel bildet den Rahmen für ein buntes Frühlingsfest im historisch-maritimen Ambiente Husums. Höhepunkt des Krokusblütenfestes – dieses Jahr am 18. und 19. März – ist die Proklamation der Husumer Krokusblütenkönigin am Samstag. Am verkaufsoffenen Sonntag lädt die Innenstadt dann zum Einkaufsvergnügen zwischen Krokusmeer und Nordseebrise. Ein buntes Rahmenprogramm mit kostenfreien Stadtführungen, einem Kunsthandwerker- und einem Pflanzenmarkt sowie einer kulinarischen Meile sorgt für zusätzliche Unterhaltung.

Am 18. März findet die Proklamation der neuen Krokusblütenkönigin statt.

„Krokuszauber an der Nordsee“ heißt die Urlaubs-Pauschale speziell zur Krokusblüte, buchbar im März und April. Während des dreitägigen Aufenthaltes in Husum erwartet den Gast ein Drei-Gänge-Menü in typisch nordfriesischer Atmosphäre, ein Husumer Einkaufsgutschein, ein Stück Kuchen mit Kaffee oder Tee, ein kleiner Blumentopf mit Krokussen und eine Autogrammkarte der Husumer Krokusblütenkönigin. Das Pauschalangebot mit zwei Hotel-Übernachtungen kann bei der Tourist Information in Husum gebucht werden. Außerdem ist ein Gruppenangebot „Frühlingswunder Krokusblüte“ buchbar. 04841/8987-0 oder im Internet unter

www.husum-tourismus.de

Individualisten lieben Amrum wegen der abwechslungsreichen Natur

Zeigt sich Amrum im Frühjahr eher von seiner beschaulichen Seite, herrscht zu Ostern regelrechter Trubel. Denn das traditionelle Osterfeuer auf dem Nebeler Strand und das große Ostereier-Suchen am Ostersonntag in Wittdün und Nebel oder am Ostermontag in Norddorf machen die Insel besonders für Familien so anziehend. 

Amrum bietet eine facettenreiche, unberührte Natur                                                 © (4) djd|Amrum 

Vom Festlandhafen Dagebüll im Nordwesten Schleswig-Holsteins geht es mit der Fähre in knapp zwei Stunden nach Amrum. Und schon die Überfahrt ist eine Reise wert: Die Weite des Himmels und des Wattenmeeres liegen vor einem, aller Alltagsstress fällt ab und der Urlaub kann beginnen.

Weites Land, unendlicher Himmel

Im Sommer kommen die Touristen vor allem wegen des Kniepsands, einem der größten und feinsandigsten Badestrände Europas. Wenn Ende Februar mit den lodernden sogenannten Bikefeuern überall auf der Insel der Winter ausgetrieben ist und die Natur zu neuem Leben erwacht, zieht es dagegen vor allem Individualisten nach Amrum, die Ruhe und Erholung suchen. Für sie hat die waldreiche Nordseeinsel auf kleinstem Raum einiges zu bieten: Vom langen Sandstrand über Dünen, Wald und Heide bis hin zu Salzwiesen und Wattenmeer.

Mit dem Fernglas zur Vogelbeobachtung

Mit nur 2.200 Einwohnern stehen die Aussichten nicht schlecht, bei langen Spaziergängen oder ausgedehnten Radtouren kaum einer Menschenseele zu begegnen. Ein Höhepunkt für Wanderfreunde ist sicher die acht Kilometer lange, geführte Wattwanderung zur Nachbarinsel Föhr, die man ab Mitte Mai wieder antreten kann. Die Strecke von Insel zu Insel ist einmalig in Deutschland. Aber auch Schiffstouren zu den Seehundbänken, nach Sylt oder zu den Halligen Hooge und Langeneß bringen viel Abwechslung. Auf Naturfreunde wartet die Vogelkoje Meeram – ein weiteres Naturparadies, das mit Naturlehrpfad und einem archäologischen Areal spannende Einblicke in die Flora und Fauna der Insel ermöglicht.  

Entspannen und genießen auf friesische Art

Die Perle Nordfrieslands punktet aber nicht nur mit ihrer intakten Natur und der gesunden frischen Nordseeluft. Im Amrumspa und dem Badeland warten Wellenbad, Sauna und Massagen auf gestresste Festländer, die in den fünf Inseldörfern auch Angebote für Qi Gong, Yoga und andere Entspannungstechniken finden. Anschließend gönnt man sich in einem der Cafés und Gasthäuser eine friesische Teezeremonie, genießt die regionalen Spezialitäten oder versucht einen Pharisäer – einen Pott Kaffee mit einem ordentlichen Schuss Rum und Sahnehaube obenauf.

Information: www.amrum.de

Erleuchtet – Turmkerze erstrahl in der Adventszeit

Zum Advent im Ahrtal gehören nicht nur die gemütlichen Weihnachtsmärkte im mittelalterlichen Ahrweiler und in den romantischen Winzerdörfern, sondern auch die Uferlichter in der Kurstadt Bad Neuenahr und die einzigartige Turmkerze auf dem Neuenahrer Berg. Hoch über dem Ahrtal ist sie während der Adventszeit von beiden Stadtzentren in Bad Neuenahr und Ahrweiler gut sichtbar.

Ein großes Flammensegel wird jedes Jahr im Advent auf dem Aussichtsturm auf 330 Metern Höhe über dem Ahrtal von einem freiwilligen Helferteam installiert. Da es keinen Stromanschluss auf dem Neuenahrer Berg gibt, strahlt ein Stromgenerator die 2,35 Meter breite und 4,85 Meter hohe Flamme am Abend an. Bei optimaler Wetterlage ist die Flamme bis in die Grafschaft und von der Autobahn A61 gut zu sehen und ist mittlerweile ein Wahrzeichen für das winterliche Ahrtal im Advent geworden.

Strahlkraft im Ahrtal.                                                                                   © Ahrtal-Tourismus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Stahlkonstruktion hält den winddurchlässigen Stoff aufrecht und bietet ausreichend Widerstand gegen Wind und die Witterungseinflüsse. Der Aussichtsturm auf dem Neuenahrer Berg liegt an der Wanderstrecke des AhrSteigs und ist ganzjährig für Besucher geöffnet. Der Initiator der Neuenahrer Turmkerze Horst Felten plant weitere Turmkerzen im Ahrtal einzurichten, um die Idee eines Adventskranzes mit vier Kerzen zu vervollständigen. Denkbar sind weitere Kerzen auf dem Feltenturm in Sinzig, auf der Landskrone oder dem Krausberg.

Information: www.ahrtal.de

 

Een biertje, alstublieft

Was eint flämische Klosterbrüder, traditionsreiche Familienbetriebe, ambitionierte Feinschmecker und neuerdings in verstärktem Maße auch ambitionierte Jungbrauer? Nun, sie alle sind der Leidenschaft des Bierbrauens verfallen. Das bedeutet in Flandern: Freude an handwerklichem Können, die Verwendung hochwertiger Zutaten, die Bereitschaft (und die Freiheit) zum Experiment sowie ein hohes Qualitätsbewusstsein. So ist es kein Wunder, dass
Variantenreichtum und Aromavielfalt der flämischen Biere weltweit geschätzt – und imitiert – werden. Deshalb wurde die belgische Bierkultur  immaterielles UNESCO-Welterbe. 

Das belgische Bier gehört ab sofort zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Dies hat der zuständige Ausschuss der UNESCO nach seiner Sitzung am Mittwoch, 30. November, im äthiopischen Addis Abeba verkündet. Wie der flämische Kulturminister Sven Gatz (Open VLD) auf seiner Webseite erläutert, sind die belgische Braukunst und die Vielfalt der Bierkultur einzigartig. Aus diesem Grunde haben sich Vertreter aus allen drei belgischen Sprachräumen vor anderthalb Jahren dazu entschlossen, bei der UNESCO einen Antrag auf den dauerhaften Schutz von Tradition und Brauchtum einzureichen. Dieser sei nun nach sorgfältiger Prüfung bewilligt worden.

Ein Bier im Kornfeld.                                                                                         © Augustijn T. Coussement

Wie Gatz weiter ausführt, habe sich die UNESCO insbesondere davon beeindruckt gezeigt, welche Anstrengungen in Belgien zur Ausbildung von Braumeistern, zur Beibehaltung der Biervielfalt und zur Vermarktung der traditionellen Bierkultur unternommen würden. Dazu gehöre es auch, vor den Folgen des Alkoholmissbrauchs zu warnen.

Flandern hat eine einmalige Bierkultur.                                                                                  © Milo Profil

Belgien zählt insgesamt an die 1500 verschiedenen Biere. Die überwiegende Mehrzahl wird bis heute in kleinen Mengen auf authentische Weise nach lokalen Rezepturen handwerklich produziert. Die Bierkultur wird zudem in allen Teilen des Landes durch Verkostungsvereinigungen, Kurse und Ausbildungen sowie durch Feste und Museen erhalten und gepflegt. Am 17. und 18. Dezember etwa freut sich das kleine Städtchen Essen bei Antwerpen auf das Weihnachtsbierfestival, das von der „Vereinigung objektiver Bierverkoster von Essen und Umgebung“ organisiert wird.

Information: www.visitflanders.com